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HÄUFIGE FRAGEN

 

Meine Rente wurde gekürzt! Was kann ich machen?

Grundsätzlich sollten deutsche Versicherungsnehmer sich unmittelbar an die Equitable Life wenden. Deutsche Versicherungsnehmer können sich ferner bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beschweren. Eingaben bei britischen Stellen sind von bestimmten Voraussetzungen abhängig. Aufgrund der besonderen Rechtslage in Deutschland haben deutsche Versicherungsnehmer jedoch gute Chancen ihre Ansprüche gegenüber der Equitable Life durchzusetzen.

Wird die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht einschreiten?

Nein. Die Equitable Life ist als im Vereinigten Königreich von Großbritannien zugelassenes Versicherungsunternehmen grundsätzlich nicht der deutschen Versicherungsaufsicht unterworfen. Die BaFin wird hier nur in Ausnahmefällen tätig.

Ist die Equitable Life insolvent?

Die zuständige britische Aufsichtsbehörde Financial Services Authority (FSA) geht aufgrund der Zwischenbilanz vom 30. Juni 2003 bisher davon aus, daß die Gesellschaft solvent ist. Tatsächlich ist die Finanzlage schwierig und außerordentlich gefährdet.

Habe ich im Fall einer Insolvenz Ansprüche gegen die PROTEKTOR Lebensversicherungs-AG?

Nein. Die Equitable Life ist kein im Gesamtverband der Deutschen Versicherer e.V. (GDV) organisiertes Unternehmen und auch kein Gesellschafter der PROTEKTOR. Zuständig ist das britische Financial Services Compensation Scheme (FSCS).

Wie viele Versicherungen hat die Equitable Life in Deutschland abgeschlossen?

Es gibt keine offiziellen Zahlen der Gesellschaft. Laut einer Aussage der Stiftung Warentest aus dem Jahre 2001 sind es ca. 5.000 Versicherungsverträge. Britische Schätzungen gehen teils sogar von 30.000 aus.

Welche Stellen helfen?

Es gibt außer der DAGEV keine einschlägige Selbsthilfegruppe oder Struktur in Deutschland, die sich speziell mit den Problemen deutscher Equitable Life Versicherungsnehmer befaßt. Grundsätzlich sind britische Stellen zuständig. Dem deutschen Versicherungsnehmer bleibt außerhalb der DAGEV nur der Weg zu allgemeinen deutschen Verbraucherschutzeinrichtungen.

Sind weitere Kürzungen von Rentenzahlungen zu erwarten?

Da sich die Finanzlage des Unternehmens absehbar nicht verbessern wird und laufende Verbindlichkeiten bedient werden müssen, ist eine weitere Kürzung nicht auszuschließen und sehr wahrscheinlich. Im Falle einer Insolvenz droht sogar der vollständige Verlust der persönlichen Altersvorsorge.

Welche Aussicht hat eine Klage gegen die britische Regierung?

Für den deutschen Versicherungsnehmer praktisch keine. Neben den erheblichen und strittigen rechtlichen Problemen sind die Erfolgsausichten, daß der britische Haushalt - der Steuerzahler - eine angemessene Kompensation bieten kann, niedrig. Es ist zu erwarten, daß nur britische Policen bedient werden.

Wie viele sind von der Krise betroffen?

Allein in Großbritannien sind 800.000 Versicherungsnehmer betroffen. Hinzu kommen die im Zuge des Auslandsgeschäfts der Equitable Life gezeichneten Policen in Deutschland, Irland, Guernsey und Übersee (z.B. Dubai, Australien, Brunei, Kanada, Japan, Neuseeland, Saudi Arabien usw.).

Was ist schief gegangen bei der Equitable Life?

Im Jahre 2000 überstieg der Wert der Policen aller Versicherungsnehmer der Equitable Life den Wert der gehaltenen Anlagen der Gesellschaft um ca. 3.000.000.000 £ (Pfund Sterling). Diese Lücke wuchs 2001 auf 4.400.000.000 £ an und führte zu einer Kürzung der Policenwerte um 16 %. Diese Verluste verschleierte die Gesellschaft mit "dubiosen Aktuartechniken" (Zitat Lord Penrose).

Bietet die Europäische Union Schutz?

Grundsätzlich sind Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof möglich. Ausländische Versicherungsnehmer, die Bürger der Europäischen Union sind haben hinsichtlich einer Entschädigung erfolgreich auf Gleichstellung mit britischen Versicherungsnehmern geklagt. Deutsche Versicherungsnehmer haben jedoch keine unmittelbare Handhabe gegen die Equitable Life auf Zahlung ausgebliebener Versicherungsleistungen über Gerichte der Europäischen Union.